Geschichten, die uns berühren

Die Welt in Ordnung bringen

Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der aber hatte keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum spielen. Also überlegte er, womit er den Knaben beschäftigen könnte.

Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Dieses Bild riss er aus und zerschnippelte es dann in viele kleine Teile. Diese gab er dem Jungen und dachte, dass dieser nun mit diesem schwierigen Puzzle eine ganze Zeit beschäftigt sei. 

Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild.

Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe? 

Das Kind sagte: "Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es die Welt auch"!

(Quelle unbekannt)

Ist heute ein guter Museumstag?

 

Im Durchschnitt leben die Menschen (in den USA) ungefähr 28 200 Tage.

Was wäre wenn, wenn jeder Tag unseres Lebens katalogisiert würde?

 

Unsere Gefühle, die Menschen, mit denen wir zu tun haben, die Dinge, mit denen wir unsere Zeit verbringen?

 

Und wenn am Ende unseres Lebens ein Museum errichtet würde, in dem genau zu sehen wäre, wie wir unser Leben verbracht haben?

 

Wenn wir 80 % unserer Zeit mit einem Job verbrächten, der uns nicht gefällt, dann wären auch      80 %des Museums genau damit gefüllt.

 

Wenn wir zu 90 % der Menschen, mit denen wir zu tun haben, freundlich wären, würde man genau das in dem Museum zeigen. 

Aber wenn wir ständig wütend und ungehalten wären, könnte man auch das sehen.

 

Alles wäre mit Fotos, kurzen Videoclips und Hörbeiträgen dokumentiert.

 

Wenn wir gerne in der Natur unterwegs wären, am liebsten viel Zeit mit unseren Kindern oder Freunden verbrächten, wenn wir das Leben gerne mit unserem partner genießen würden, aber all dem nur 2 % unseres Lebens widmen würden, dann wären auch nur 2 % unseres Museums damit gefüllt - so sehr wir es uns auch wünschen würden.

 

Wie würden wir uns fühlen, wenn wir wüssten, dass uns das Museums für immer und ewig so zeigen würde, wie man sich an uns erinnert?

 

Alle Besucher würden uns genauso kennenlernen, wie wir tatsächlich waren.

 

Die Erinnerung würde nicht auf dem Leben basieren, das wir uns eigentlich erträumt hatten, sondern darauf, wie wir tatsächlich gelebt haben.

 

 

wie sieht dein museumstag aus?

 

Quelle: Buch "The big five for life" John Strelecky  

 

                  Auch das geht vorüber 

 

Ein König befragte einmal die Weisen an seinem Hof und sagte zu ihnen: „Ich möchte in einem Ring eine verborgene Botschaft haben, die mir in Zeiten völliger Verzweiflung helfen kann. Sie muss sehr kurz sein"

Der König hatte einen alten Diener, der ihm fast wie ein Vater war. Dieser Diener hatte sich nach dem Tod der Mutter um ihn gekümmert. Deshalb wurde er nicht wie ein Diener behandelt, und der König hatte großen Respekt vor ihm.

Der alte Mann sagte: „Ich bin kein Weiser, bin nicht gebildet und nicht gelehrt, aber ich kenne die Botschaft. Es gibt nämlich nur eine Botschaft. Diese Männer können sie dir nicht geben. Nur ein Mystiker, jemand, der sich selbst erkannt hat, kann sie dir geben.

Während meines langen Lebens im Palast bin ich allen möglichen Menschen begegnet, darunter einmal einem Mystiker. Er war bei deinem Vater zu Gast, und ich wurde ihm als Diener zugeteilt. Als er abreiste, gab er mir als Geste des Danks für meine Dienste diese Botschaft…"

Und er schrieb sie auf einen kleinen Zettel, faltete ihn zusammen und sagte zum König: „Lese sie nicht jetzt. Halte sie in deinem Ring verborgen und öffne sie erst, wenn alles gescheitert ist, wenn es keinen Ausweg mehr gibt.“

Diese Zeit sollte bald kommen. Das Land wurde überfallen, und der König verlor sein Reich. Er musste auf seinem Pferd fliehen, um sein Leben zu retten, und die feindlichen Reiter verfolgten ihn. Er musste pötzlich anhalten weil der Weg zu Ende war – er stand an einer Klippe über einem tiefen Abgrund. Er konnte nicht zurück, weil dort die Feinde waren, er hörte bereits die Hufe ihrer Pferde. 

Plötzlich erinnerte er sich an den Ring. Er nahm den Zettel heraus, und darauf stand eine kurze Botschaft von sehr wertvoller Bedeutung. Sie hieß: „Auch dies wird vorübergehen."

Während er den Satz las, wurde er ganz still.

Und es ging vorüber. Die Feinde, die ihn verfolgt hatten, hatten wohl einen falschen Weg eingeschlagen. Nach einer Weile konnte er die Laute ihrer Hufe nicht mehr hören.

Der König verspürte große Dankbarkeit gegenüber seinem Diener und jenem unbekannten Mystiker. Diese Worte hatten wie ein Wunder gewirkt. Er faltete den Zettel wieder zusammen, steckte ihn zurück in den Ring. Er sammelte seine Truppen wieder um sich und eroberte sein Reich zurück. Der Tag, an dem er siegreich in seine Reich einzog, wurde in der ganzen Stadt großartig gefeiert, mit Musik und Tanz. Er war sehr stolz auf sich selbst.

Der alte Mann ging neben seinem Wagen her. Er sagte: „Auch jetzt ist es wieder der richtige Moment. Schau die Botschaft noch einmal an." „Was meinst du damit?" sagte der König. „Jetzt bin ich siegreich. Das Volk feiert mich. Ich bin nicht verzweifelt; ich bin in keiner ausweglosen Situation."

„Hör mir zu,"sagte der alte Mann. „Diese Botschaft ist nicht nur für Zeiten der Verzweiflung; sie ist auch für Zeiten der Freude. Sie gilt nicht nur, wenn du Verlierer bist. Sie gilt auch, wenn du Sieger bist; nicht nur wenn du der Letzte bist, sondern auch wenn du der Erste bist."

Der König öffnete seinen Ring und las die Botschaft: „Auch dies wird vorübergehen."

Und plötzlich überkam ihn derselbe Frieden, dieselbe Stille – mitten in der Menge, die jubilierte, feierte und tanzte. Sein Stolz, sein Ego waren verflogen. Alles geht vorüber.

Er bat seinen alten Diener, in seinen Wagen zu kommen und neben ihm zu sitzen. Er fragte ihn: „Gibt es noch etwas? Alles geht vorüber… Deine Botschaft hat mir ungemein geholfen.“ Der alte Mann sagte: „Das Dritte, was mir der Weise damals sagte, war: Vergiss nicht, dass alles vorübergeht. Nur du bleibst, du bleibst ewig als Zeuge.“

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